Romeo und Julia - Malteser Hilfsdienst e.V.

Interkulturelles Theaterprojekt - 29 Schülerinnen und Schüler spielen "Romeo und Julia"

Romeo und Julia gelten als das berühmteste Liebespaar der Weltliteratur. Doch welche Bedeutung hat die tragische Liebesgeschichte in der heutigen Zeit? Mit dieser Frage haben sich 29 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren aus Bosnien und Herzegowina und der Marienschule Limburg in einem insgesamt zweiwöchigen Austauschprogramm in intensiven Theaterworkshops auseinandergesetzt und eine moderne Version von Romeo und Julia unter Leitung der Theaterpädagogin Cara Basquitt erarbeitet. Das Stück wurde am 18. und 19. Juli 2015 im Walderdorffer Hof in Limburg und am 24. Juli 2015 auf der Burg in Tešanj aufgeführt. 

Das Projekt ist Teil der Aktion Hoffnungszeichen des Malteser Auslandsdienstes im Bistum Limburg, der sich seit dem Ende des Bosnienkrieges vor mehr als 20 Jahren in Bosnien und Herzegowina engagiert und sich dort für das friedliche Miteinander der drei ehemals verfeindeten Ethnien Bosnier, Kroaten und Serben einsetzt und Hilfsbedürftige mit Projekten unterstützt. Vor zwei Jahren wurden diese Projekte unter den vier verschiedenen Hoffnungszeichen Bildung, Beschäftigung, Begegnung und Begleitung zusammengefasst und damit begonnen, Spenden zu sammeln: für Bücher und Bildungsmittel für Kinder aus armen Familien, für den Bau von Gewächshäusern, die Sanierung von Häusern und die Ausbildung von Schulsanitätern. 

Jugendreferentin und Theaterpädagogin Cara Basquitt leitete die Theaterworkshops und organisierte gemeinsam mit dem Malteser Auslandsreferenten Jürgen Briegel das Austauschprogramm, bei dem 14 bosnische Jugendliche 10 Tage bei deutschen und 15 deutsche Teilnehmer 4 Tage bei bosnischen Gastfamilien untergebracht waren. Besonders wichtig war Basquitt, dass die Schüler ihre eigene Sicht der Dinge in das Stück einbringen konnten. So entstand die Geschichte dreier unglücklicher Liebespaare: zwischen dem bosnischen Serben Velimir und der Muslimin Emina, dem türkischen Hauptschüler Ali und der Gymnasiastin Constanze und Romeo und Julia, deren Liebe von ihren Familien nicht akzeptiert wird. Ausgangspunkt ist hierbei die Diskussion der beiden Erzähler des Stücks, die sich darüber uneinig sind, ob es auch in der heutigen Zeit in Bosnien und Herzegowina oder in Deutschland noch moderne Romeos und Julias gibt und dabei den Liebesgott Amor um Hilfe bitten. Im Gegensatz zum tragischen Ende der Shakespeare-Geschichte siegt im Theaterstück am Ende die Liebe: Die Familien von Velimir und Emina sowie Ali und Constanze erkennen, dass ihr Verhalten von Vorurteilen und Intoleranz geprägt war und versöhnen sich.